Feuerwehrmann und Detektiv

Bruno GunternBruno Guntern war dabei als ein Stück RUCO-Geschichte geschrieben wurde. Diejenige der Mischmaschine, die 1977 durch Emil Tobler in der Schweiz eingeführt und weiterentwickelt wurde. Seit 37 Jahren berät Bruno Guntern Kunden rund um Mischmaschinen-Service und -Technik. Er bezeichnet sich selbst als Feuerwehrmann und Detektiv. Wir schauen mit Bruno Guntern zurück. Denn bald geht er – in eine neue Zukunft.

Redaktion: Welches ist die schönste Erinnerung der letzten 37 Jahre bei RUCO?
Bruno Guntern: Es ist nicht eine, es sind viele schöne Erinnerungen. Alle verbunden mit den Kunden, die ich schätze und zu denen ich meist kollegiale Beziehungen pflege.
 
Sie bezeichnen sich selber als Feuerwehrmann. Welche Brände bekämpfen Sie?
Wir warten 1000 Mischsysteme in ganz Europa. In einem Notfall ist eine kurze Interventionszeit oberstes Gebot. Sollte es irgendwo brennen, bin ich mit meinem Team zur Stelle.
 
Und wann leisten Sie Detektivarbeit?
Unsere Mischmaschinen sind störungsarm. Dennoch können beispielsweise Dosierungen geringfügig abweichen und das Ergebnis beeinflussen. Dann gilt es herauszufinden, wo der Fehler steckt. Wir spielen dann die möglichen Varianten durch. Das grenzt schon mal an Detektivarbeit.
 
Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten 30 Jahren verändert?
Ich durfte in den Achtzigerjahren die Einführung der RUCO-Mischsysteme unter der Ägide von Emil Tobler begleiten. Anfänglich warteten wir zehn Mischmaschinen schweizweit und waren oft unterwegs. Haben selber Hand angelegt. Heute wartet unser fünfköpfiges Team 1000 hochmoderne Mischsysteme und berät Kunden in ganz Europa.
 
Gibt es auch Dinge, die unverändert blieben?
Die Kaffeepause (lacht). Immer um 9 Uhr. Und die Tatsache, dass ich Teil eines Familienbetriebs bin.
 
Ist ein Familienbetrieb vorteilhaft?
Ja. Die Inhaber sind jederzeit ansprechbar, die Türen immer offen. Ich arbeite nicht für eine gesichtslose Holding.
 
Was ist die nächste Entwicklung in Sachen Mischmaschinen-Technologie?
Spezialfarbtöne und Muster oder Nachrezepturen werden bereits heute online verwaltet und ermöglichen jederzeit einen einfachen und schnellen Zugriff. Die Digitalisierung ermöglicht es, dass diese Prozesse laufend weiter optimiert werden.
 
Wer wird diese Entwicklungen nach Ihrer Pensionierung voranbringen?
Mein Nachfolger Luca Diethelm bringt das Rüstzeug mit, um die Mischmaschinen-Technologie in die nächste Entwicklungsstufe der Digitalisierung zu begleiten. Ausserdem ist er ein ruhiger und besonnener Typ. Genau diese Eigenschaften machen ihn zum idealen Koordinator des Teams Service und Technik Mischmaschinen.
 
Worauf freuen Sie sich ab 31. Juli – dem Tag Ihrer Pensionierung?
Aufs Ausschlafen (lacht). Auf mehr Zeit für Haus und Garten. Einige Unsicherheiten gibt es da natürlich auch: beispielsweise wie sich die Pensionierung auf die Partnerschaft auswirkt. Zwar bereitet man sich auf diese Lebensphase vor und doch muss man Vieles einfach auf sich zukommen lassen.

Bruno Guntern koordiniert seit 1980 den Service, die Wartung sowie Aufbereitung von Mischmaschinen bei RUCO. Ende Juli übergibt er die Geschicke seiner Abteilung an Nachfolger Luca Diethelm. Guntern ist Hobbygärtner und geniesst das gesellige Beisammensein mit Freunden und Familie. Per 31. Juli geht er in Pension.